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Hallo, ich bin Anke.
Lange Rede kurzer Sinn, mein erster Arztbrief 
Geburtsjahr der Mutter: 1978. Errechneter Geburtstermin 29.10.2002. Spontangeburt am 15.07.2002 nach einer Schwangerschaftsdauer von rechnerisch 24+5 SSW. Schwangerschaft unauffällig. Am Abend der stationären Aufnahme erste Wehentätigkeit. Es erfolgte die stationäre Vorstellung in der gynokologischen Klinik. Bei vorzeitiger rascher Muttermundsöffnung Beginn einer i.v. Tokolyse, die erfolglos war. Ein Spontanpartus aus BEL war nicht aufzuhalten. Im folgenden protrahierte Austreibungsphase. Apgar 1/ 7/ 8. Nabelarterien-pH: 7,42.
Primärversorgung durch den anwesenden Pädiater. Sofortige Intubation, Gabe von 120mg Curosurf und Anlage eines Nabelvenenkatheters. Zügige Verlegung des beatmeten Kindes in die hiesige Kinderklinik. (FO² 40%, Frequenz 65/min, PIP 18cmH20, PEEP 4-5 cmH20)
Aufnahmestatus:
2 h altes unreifes beatmetes Frühgeborenes in reduziertem Allgemeinzustand. Liegender Nabelvenenkatheter. Integument: multible Hämatome, gesamter Kopf und Extremitäten livide verfärbt, keine äußeren Dysplasien. Mikroperfusion dtl. eingeschränkt. Fontanelle im Niveau, weich. Rachendach geschlossen, Claviculae intakt. Pulse allseits palpabel. Cor: Holosystolisches Maschinengeräusch, p.m. 3-4 ICR links parasternal, ubiquitär im gesamten Thorax auskultierbar. Leber ca. 2 cm unter Rippenbogen palpabel. Pulmo: Knisterndes Atemgeräusch bds., seitengleich belüftet. Weiter internistischer Untersuchungsbefund unauffällig.
RR 38/18 mmHg, Puls 152/min, Körpertemperatur: 36,2°C, SaO2 90% (FO² 35%).
Gewicht: 900gr., Körperlänge: 37cm, Kopfumfang: 24cm.
... und das soll jetzt ein normaler Mensch verstanden haben 
Befunde:
1.BGA: pH 7,38,BE -5, pCO² 32, pO² 31, BZ mg.
1.BB mit Hb 14,8 g/dl, Hkt 44 Vol%, im Verlauf HK min. 21%, bei Kontrolle ansteigend. Leuko 12500/ul, Thrombo 183.000/ul, Diff.-BB: Jug 1%, Stab 5%, Seg. 37%, Lymph 56%. Bilirubin ges. max. 10,33 mg/dl, bei Kontrolle rückläufig. CRP: neg., im Verlauf CRP max. 1,1 mg/dl, Phenobarbital-Spiegel (29.08.02): 10,8 ug/ml IgM 5mg/dl. Theopyllin-Spiegel (29.08.02): 11,6 ug/ml. Phenobarbital-Spiegel (29.08.02): 10,8 ug/ml. Zink (18.09.02): 0,60 ug/ml. Liquor (05.08.02): Eiweiß 1798/mg/dl, Zucker 33 mg/dl, Lactat 22,0 mg/dl.
Liquor (07.10.02): Eiweiß 240/mg/dl, Zucker 44 mg/dl, Lactat 16,0 mg/dl.
Primärabstrich (Ohr): E. coli, Entereococcus supp. (beides Ampicillin sensibel) Blutkultur: steril, Liquor: bei mehrfachen Kontrollen steril.
ESK-Katheterspitze (07.08.02): steril, Trachealsekret (8.8.): koagulase neg. Staph. (Vancomycin sensibel)
Erweitertes Stoffwechselscreening incl. TSH-Guthrie-AGS (19.7./07.08.02) unauffällig.
Schädelsonographie: zunächst unauffällig, am 2. LT IVH ll° bds., im Verlauf Entwicklung einer IHV 4° bds. Nach ca. 2 Wochen deutliche Zeichen eines Hydrcephalus interus. Schädelsonographie (23.10.02): Bds. massiv erweiterte, ballonierte Seitenventrikel. Schmaler Parenchymsaum. Linker SV 33,4 mm im Querschnitt, deutliche Zunahme. Massiv erweiterte Hinterhörner, III. Ventrikel erweitert. Röntgen-Thorax: Zunächst rechts deutlich besser belüftet (nach 1. Surfactant-Gabe), im Verlauf wechselnde Belüftung. Zwischenzeitlich Pneumothorax rechts, nach Punktion kein Nachweis eines Pneumothorax. Zum Teil Dystelektase/ Teilatektase der rechten Lunge. Leicht überblähtes Mediastinum. V.a. Mediastinalemphysem. Echocardiographie (13.09.02): Vorhofseptum mit weit offenem Foramen ovale. Ductus weit offen, hämodynamisch wirksam. Linkes Atrium leicht dilatiert, Mitralinsuffizienz ll°, physiologische Tricuspidalinsuffizienz. Abdomensonographie: Nieren bds. orthotop gelegen, kein Hinweis auf NNR-Blutungen. Augenärztliche Untersuchung: RPM ll° in Zone ll bds. Bei Kontrolle nicht mehr nachweisbar. Neurostatus: Wenig Spontanmotorik. Strecktendenzen in mehreren Lagereaktionen. Kopf wird nicht selbstständig gehoben. Vermehrtes Fausten.
Therapie und Verlauf:
Anke wurde als Frühgeborenes von 24 SSW mit respiratorischer Insuffizienz in unserer Klinik stätionär aufgenommen. Bei Aufnahme Beginn einer SIMV-Beatmung mit obengenannten Beatmungsparametern. Bei unzureichender Ventilation Umstellung der Beatmung auf HFO-Ventilation mit erfolgreicher Reduktion der Beatmungsparatmeter. 17.07.2002 Ankes Taufe. Erneute Umstellung auf SMIV-Beatmung am 21.07.02, da mit einer minimalen Amplitude eine ausreichend Ventilation nicht mehr aufrecht zu halten war. Im weiteren Verlauf ausreichende Beatmungsparameter. Am 3. Lebenstag Ausbildung eines Spontan-Pneumothorax, der akupuntiert wurde. Das legen einer Thoraxdrainage war nicht notwendig. Am 29.07.02 Extubationsversuch, Anke erschöpfte sich am Nasen-CPAP mittels Infant-Flow und muste nach einigen Stunden wieder intubiert werden. Extubation am 13.08.02, anschließend bis zum 09.09.02 Infant-Flow. Während der Beatmung initial Sedierung mit Phenobarbital, Pentobarbital und zeitweise Relaxierung mit Norcuron.
Bei eingeschränkten Kreislaufverhältnissen und metabolischer Azidose Gabe von FFP, Arterenol (7Tage) und Dopamin/ Dobutrex (9Tage). Nach Absetzen stabile Kreislaufverhältnisse. Bei ungenügender Diurese waren rezidivierend Furosemidgaben notwendig. Antibiotische Therapie mit Mezlocillin und Gentanycin. Im Verlauf immer wieder Neigung zur metabolischen Azidose, die mehrfach Pufferung erforderte.
In den ersten Lebenstagen waren häufig Elektrolytstörungen nachweisbar (Hyperkaliämie max 10 mmol/l, Hyonatriämie 116 mmol/l). Am 3. Lebenstag plözlicher Herzfrequenzabfall auf Werte um 90/min., die zunächst nicht beeinflußbar waren. Bei bestehender Hyperkaliämie und Verdacht auf AV-Block lll° Gabe von Calcium i.v., Salbulair und Natriumbicarbonat (bei gleichzeitig bestehender Azidose), darunter rasche Normalisierung der Herzfrequenz. Im weiteren Verlauf stabile Elektrolyt-Werte.
Am 17.07.02 kam es zu einem Hkt-Abfall von 45% auf 21%. Die durchgeführten Schädelsonographien zeigten zunächst eine IYH lll° rechts und lV° links, am 23.07.02 wurde eine IVH lV° bds. diagnostiziert. Am 01.08.02 zeigte sich bei Zunahme des Kopfumfangs ein deutlicher Hydrocephalus internus.
Am 05.08.02 Lumbalpunktion mit gewinnung von 2ml Liquor bei zunehmenden Kopfumfängen, gespannter Fortanelle und klaffenden Schädelnähten sowie Temperaturinstabilität. Seitdem notwendige Liquorpunktionen jeden 3-4 Tag. Ab dem 18.08.02 Ventrikelpunktionen, dann wechselnd Lumbal- Ventrikelpunktionen im Verlauf der klinik (insgesamt 12malig punktiert). Bei dennoch zunehmendem Kopfwachstum dt. über die 97 Parcentile Anlage eines VP-Shunts am 11.10.02 und Implantation eines Medtronic Ventilsystems, Druckstufe 2-Punkt, "Mittelstufe". Operativ und postoperativ problemloser Verlauf. Zunächst nach OP noch leichte Kopfumfangszunahme in der Folge stabile Kopfumfangswerte um 40-41 cm.
Bei zuvor beobachteten fraglichen Krampfanfällen waren am 23.07.02 wiederum Myoklonien der Geschichtsmuskulatur und schmatzende Bewegungen der Lippen zu beobachten, begleitet von einer Bradykardie und einem SpO²-Abfall. Endgültiges Sistieren des Krampfanfalls nach 50min. nach Gabe von Diazepam und Phenobarbital. Im Rahmen dieses Krampfanfalls bestand eine Hyponatriämie. Im weiteren Verlauf zeigten sich noch vereinzelt schmatzende Bewegungen des Mundes, die spontan sistierten. Wir führten eine antikonvulsive Therapie mit Phenobarbital durch.
Bei Anämie war eine zweimalige Transfusion eines Erythrozyten-Konzentrates notwendig.
Im Verlauf auskultatorischen V.a. PDA mit wechselnden Sauerstoffsättigungsschwankungen. Die Echocardiographie bestätigte den Befund eines hämodynamisch wirksamen PDA. Im weiteren verlauf war der Auskulationsbefund jedoch deutlich rückläufig.
Der Nahrungsaufbau erfolgte verzögert mit wechselnden Magenresten über MM und SM. Bei unzureichender spontaner Stuhlentleerung und stark geblähtem Abdomen wiederholtes Anspülen mit physiologischer Kochsalzspülung rektal notwendig. Der weitere Nahrungsaufbau war unkompliziert. Anke zeigte eine gute Gewichtszunahme.
Entlassung in die heimatnahe Kinderklink am 07.11.02:
Entlassungsgewicht: 2710g, Körperlänge 40,2cm, Kopfumfang 41cm.
Die Entlassung erfolgte in stabilem AZ. Im neurologischen Befund auffälligkeiten mit deutlichen Defiziten. Kleine Nabelhernie, sonst unauffälliger internistischer Status.
mein zweiter Arztbrief
...bevor ich entlich nach hause darf...
Entlassungsdaten: 22.11.2002, Gewicht: 3850g., Körperlänge: 49,5cm, Kopfumfang 40,5cm
... und jetzt mach ich mein Studium ... und muß mich von dem ganzen Fachchinesisch erholen 

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